Satire-Simulation „heute-show“

Warum Harald Schmidt Recht hat und sich die heute-show zur Daily Show verhält wie Annemarie Eilfeld zu Aretha Franklin

Heute-show

Nicht, dass es dafür Harald Schmidt gebraucht hätte. Aber nun stimmt auch der Altmeister der Spätabendunterhaltung in den Chor derjenigen ein, die dem Hype um die heute-show mit wohltuend nüchternen Kommentaren begegnen. Dem Mediendienst DWDL zufolge bezeichnete Harald Schmidt die ZDF-Erfolgssendung in der SWR1 Leute Night als „volkstümliche Unterhaltung“, welche vor allem der „Bestätigung von vorgefertigten Meinungen“ diene.

„Es ist eigentlich immer zu Ende für eine Satire-Sendung, wenn der eigene Sender sich auf die Fahne heftet ‚Kuckt mal, was wir uns trauen’. Da wird man zu Tode umarmt und dann ist die Sache gelaufen. Dann kommen die Politiker und man weiß nicht, wer biedert sich mehr an: Die Politiker bei den Kabarettisten oder umgekehrt.“

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Breaking History: tagesaktuelle Nachrichten von vor 100 Jahren

aera breaking historyDas Attentat auf den österreichisch-ungarische Thronfolger Franz-Ferdinand in Sarajevo am 28. Juni 1914 war der Startschuss für den 1. Weltkrieg und für Jutta Dobersteins Projekt Aera Magazin: Breaking History.

Seit gestern berichtet das Online-Magazin täglich in den Rubriken Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technik, Kultur & Gesellschaft, Sport und Lifestyle aus dem medialen Alltag des Kaiserreichs. Und auch die Werbung der Zeit kommt frisch aus dem Archiv.

Auf aera online lernen wir eine Generation kennen, die voller Elan und mit phantastisch modernen Ideen in ein neues Jahrhundert aufgebrochen ist – bevor alle in den Krieg zogen.

Als Quellen dienen u.a. das Berliner Tageblatt, die kaisertreue Kreuzzeitung, das SPD Organ Der Vorwärts und Europeana 1914-1918. Das Ganze wirkt nicht nur durch die Erscheinung verblüffend aktuell. So wurde z.B. das Tempelhofer Feld schon damals zur Wohnungsbebauung angepriesen. Der Stern schreibt dazu:

Das ist eines der erstaunlichsten Dinge, die “Aera” offenbart: Wie sich die damalige und heutige Weltlage ähneln: Vor hundert Jahren gab es ebenfalls Guerillakriege, führten Nomaden ebenfalls einen Dschihad (gegen die Briten) und machten ebenfalls Jugendbanden die Vororte von Paris unsicher (die selbsternannten “Apatschen”).

Im Fußball gab es heute vor hundert Jahren nichts zu berichten, dafür wurde in Wimbledon die Lawntennis-Weltmeisterschaften (auch die Anglifizierung ist kein neues Phänomen) fortgesetzt. Im ersten Match siegte — “einem Privat-Telegramm zufolge” — der Deutsche Froitzheim gegen den Engländer F. G. Lowe.

Remix: Videoklone und Dj-Kultur auf Youtube

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Es ist kein Geheimnis mehr: Wir leben in einer Remixkultur. Kopieren, Ausschneiden und Einfügen sind nicht nur Standardfunktionen von Computerprogrammen, sondern schreiben sich tief in unsere Kultur ein. Texte, Bilder und Musik anderer Autoren oder Künstler gelten zwar seit jeher als Inspirationsquelle und Material für die Entstehung neuer Werke, im digitalen Zeitalter sind sie jedoch wesentlich zugänglicher geworden und können gleichzeitig verlustfrei kopiert und verbreitet werden. Das Internet ist Materialquelle und Publikationsplattform zugleich. Egal ob es sich um Reiseberichte, Kochanleitungen, Nachrichtensendungen, Einkaufslisten, DJ-Sets, Fernsehserien oder Gedichte handelt – Plattformen wie Google, Facebook oder Youtube stellen in einem Wimpernschlag einen individuellen Mix aus gesuchten, angesagten und empfohlenen Medien zusammen. Nie war es einfacher und naheliegender, veröffentlichte Werke in neuen Zusammenhängen wiederzuverwenden. Was sich auf den Web-Plattformen vollzieht, ereignet sich auch in den einzelnen medialen Produkten – kein Werk, das nicht Anleihen von anderen in sich trägt – kein Werk, das aus der Nähe betrachtet nicht als Bearbeitung, Verwandlung, Kopie, Weiterentwicklung oder Verweis gelten kann. Continue reading

“Netz – Innovation – Gesellschaft”

Netz – Innovation – Gesellschaft | NIG 2014
Dialoge zu Digitalen Agenden “20 Jahre Europas Weg zur Informationsgesellschaft – ein Aktionsplan”
26. Juni 2014, 10-20 Uhr
im Heinrich-Hertz-Institut, Einsteinufer 37, 10587 Berlin
Programm | Anmeldung

Einen Monat nach der EU-Parlamentswahl präsentiert die interdisziplinäre Wissenschaft aktuelle Feststellungen und Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Digitalen Agenden zur Informations- und Wissensgesellschaft in Deutschland und der EU. Continue reading

„Messbarkeit von Meinungsvielfalt in Presse und Rundfunk“, 30.6. in Berlin

Wie lässt sich Meinungsvielfalt in Presse und Rundfunk messen und welche rechtliche Rahmenbedingungen brauchen Medienfreiheit und Medienvielfalt? Diesen Fragen geht eine Veranstaltung des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) der Universität Münster in Kooperation mit dem Research Center for Information and Communications Technology Law der Universität Pécs (Ungarn) am 30. Juni 2014 in der Hertie School of Governance in Berlin nach. Vortragen werden vor allem Juristen, darunter Bernd Holznagel, Direktor des ITM, und Michael Wagner, Chefjustiziar der Europäischen Rundfunkunion. Zu Programm und Anmeldung geht es hier.