Von Daseinsfürsorge zu Public Value

Für einen neuen Gesellschaftsvertrag über unsere mediale Umwelt

Seit Mitte der 1990er begibt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ins Internet und damit auf Neuland. Das führt zu Friktionen, zunächst mit den seit Mitte der 1980er zugelassenen privaten Rundfunkanbietern und der Presse, die sich durch ihn als öffentlich finanziertem Wettbewerber um den neuen Online-Markt betrogen sehen. Dann auch mit den Ureinwohnern des Neulands.

Kurz, der vernetzte Computer hat die alten, auf Papier und Äther gestützten Massenmedien gründlich aufgemischt – und damit auch die Öffentlichkeit. In Zeiten ‘konvergenter Unübersichtlichkeit’ (Wolfgang Schulz) gilt es, über all dem Neuen nicht die hart erkämpften Grundrechte wie die Meinungsfreiheit und die ihr dienende Medienfreiheit aus dem Auge zu verlieren. Das mit den Massenmedien entstandene und inzwischen europäisierte Medienrecht bemüht sich, der digitalen Revolution als ‘Neue Medien’, ‘Teledienste’ ‘Mediendienste’ und aktuell als ‘Telemedien’ im gewachsenen Rahmen einen Ort zuzuweisen.

Medienregulierung, die wie alles Recht doch demokratietheoretisch Ausdruck des Volkeswillens sein soll, findet jedoch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ausgerechnet die Möglichkeitsbedingungen einer Öffentlichkeit, die Demokratie allein tragen kann, sind ihr blinder Fleck. Die Frage nach einer informationellen Daseinsvorsorge, Grundversorgung oder, wie es heute neudeutsch heißt, Public Value muss vom Internet aus neu gestellt werden.

Der Text erscheint im Juni 2014 in: Dieter Klumpp, Klaus Lenk, Günter Koch (Hrsg.), Überwiegend Neuland. Zwischenbilanzen der Wissenschaft zur Gestaltung der Informationsgesellschaft, edition sigma, Berlin 2014. Das Pre-Print ist auf SSRN zu lesen.

ANALOG II: Treffen regionaler Medienmacher

Am Donnerstag, den 20.03.2014 ab 16:30 Uhr findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe ANALOG die Tagung zum Thema “Medienwandel – Was heisst das für Medienschaffende in der Region” statt.  Mit Spannung erwarten wir die Keynote der ehemaligen Bundesjustizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin zum Thema “Qualitätsjournalismus, Unabhängigkeit und Pluralismus der Medien – aussterbende Species in Europa?”. Auf der anschließenden Podiumsdiskussion kommen neben dem renomierten Journalismus-Forscher Prof. Dr. Michael Haller Vertreter regionaler Medienunternehmen zu Wort.

Im Vordergrund der Veranstaltung steht die Vernetzung regionaler Medienmacher. Dazu bieten Diskusionslounges zu Themen wie Bürgermedien, Crowdfunding, Netzausbau oder regionale Zusammenarbeit am Ende der Veranstaltung ausreichend Gelegenheit.

Darüberhinaus laden wir Sie herzlich ein, sich auf der Website ANALOG Online! zu registrieren und sich mit Branchenkollegen und Wissenschaftlern zu vernetzen. Weiterlesen

Online-Bürgerbeteiligung im Aufwind

Auch, wenn es erst einige wenige Beispiele gibt: Bei der elektronischen Bürgerbeteiligung tut sich etwas.

Während elektronische Beteiligungsangebote auf Bundes- und Länderebene noch keinen Durchbruch erzielen konnten, sind Angebote wie „Liquid Friesland“ vor allem in Städten und Gemeinden auf dem Vormarsch. Besonders Online-Bürgerhaushalte sind bereits fest etabliert.

Durch das Internet haben sich die Möglichkeiten direkter demokratischer Einflussnahme stark erhöht. Unter dem Oberbegriff E-Demokratie versammeln sich verschiedene onlinebasierte demokratische Beteiligungsverfahren und Formate wie E-Partizipation, E-Government, E-Voting, Online-Kampagnen und Petitionen. Dabei bestehen enge Verbindungen zum Konzept der Liquid Democracy.

Viele Städte und Gemeinden haben bereits E-Partizipationsangebote entwickelt. Dabei nehmen sie gegenüber Landes- und Bundesverwaltungen häufig eine Vorreiterrolle ein. Weiterlesen

ANALOG II: Treffen regionaler Medienschaffender

Medienwandel – was heißt das für Medienschaffende der Region?

Keine Frage – Die Medienlandschaft ändert sich. Technische Umgebungen nähern sich einander an. Smartphones erlösen Fernsehprogramme von festgelegten Zeit- und Raumvorgaben. Geschichten reichen von einem Medium ins andere hinein. Die gewohnten Trennungen zwischen Publikum und Medium, Konsument und Produzent, Empfänger und Sender verwischen. Konvergenz, Transmedialität und Vernetzung, das sind die Schlüsselwörter in der aktuellen Auseinandersetzung mit dem Medienwandel.

In der Region wird dieser Wandel spürbar.  Weiterlesen→

Liquid Democracy: The App That Turns Everyone into a Politician

GrüneFraktionBayern_LD

Photo by Grüne Fraktion Bayern under CC-BY

Liquid Democracy is one of the boldest contemporary innovations in democratic decision-making. The idea uses web technology that allows users to interact in new ways. Its primary innovators are located in Berlin, and Germany has been the first to adopt and apply Liquid Democracy systems in the context of political parties, parliamentary processes and some organizations. Weiterlesen