Tag Archives: öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Ein erster Schritt in die Gegenwart – der Jugendkanal von ARD und ZDF

Die öffentlich-rechtlichen Anstalten verfehlen ihren Auftrag, ein Programm für alle Bürger Deutschlands zu veranstalten – und das schon seit Jahren. „Generationenabriss“ heißt das und zeigt, wie ernst ARD und ZDF den demographischen Wandel nehmen, indem sie ein Programm fast exklusiv für die Ü-60jährigen produzieren. Legitim ist das nicht, wenn ganze Bevölkerungsteile nicht erreicht werden, deshalb soll der seit Jahren umstrittene gemeinsame Jungendkanal jetzt Abhilfe schaffen. Trotz des öffentlich-rechtlichen Wunsches nach einem crossmedialen Auftritt darf das neue Angebot jedoch ‚nur’ rein webbasiert realisiert werden – was in den ordnungspolitisch überreglementierten und heiligen Hallen vormodernen Public Value-Flimmerns einem Erdbeben gleichkommt. Continue reading

Kollisionen und Konvergenzen

1906 earthquake train

Quelle: Wikimedia Commons, Author G.K. Gilbert, Date April 1906


Für eine Neuerfindung öffentlich-rechtlicher Medien aus dem Internet

Der Inhalt eines Mediums, schrieb Marshall McLuhan in „Understanding Media“, sei „wie das saftige Fleischstück, das ein Einbrecher mitbringt, um den Wachhund des Geistes abzulenken.“ Sehen wir Fernsehen im Internet, lässt uns die wohlige Vertrautheit das Neue vergessen – bis wir feststellen, dass der Dieb mit unseren silbernen Löffeln und persönlichen Daten auf und davon ist.

Nach mehr als zwanzig Jahren Erfahrung mit dem Internet ist eines gewiss: mit kleinen Anpassungsschritten werden wir dem grundlegenden Wandel durch die digitale Revolution nicht beikommen können. Wollen wir das System der öffentlich-rechtlichen Medien retten, müssen wir es vom Internet aus radikal neu denken. Continue reading

Satire-Simulation „heute-show“

Warum Harald Schmidt Recht hat und sich die heute-show zur Daily Show verhält wie Annemarie Eilfeld zu Aretha Franklin

Heute-show

Nicht, dass es dafür Harald Schmidt gebraucht hätte. Aber nun stimmt auch der Altmeister der Spätabendunterhaltung in den Chor derjenigen ein, die dem Hype um die heute-show mit wohltuend nüchternen Kommentaren begegnen. Dem Mediendienst DWDL zufolge bezeichnete Harald Schmidt die ZDF-Erfolgssendung in der SWR1 Leute Night als „volkstümliche Unterhaltung“, welche vor allem der „Bestätigung von vorgefertigten Meinungen“ diene.

„Es ist eigentlich immer zu Ende für eine Satire-Sendung, wenn der eigene Sender sich auf die Fahne heftet ‚Kuckt mal, was wir uns trauen’. Da wird man zu Tode umarmt und dann ist die Sache gelaufen. Dann kommen die Politiker und man weiß nicht, wer biedert sich mehr an: Die Politiker bei den Kabarettisten oder umgekehrt.“

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Von Daseinsfürsorge zu Public Value

Für einen neuen Gesellschaftsvertrag über unsere mediale Umwelt

Seit Mitte der 1990er begibt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ins Internet und damit auf Neuland. Das führt zu Friktionen, zunächst mit den seit Mitte der 1980er zugelassenen privaten Rundfunkanbietern und der Presse, die sich durch ihn als öffentlich finanziertem Wettbewerber um den neuen Online-Markt betrogen sehen. Dann auch mit den Ureinwohnern des Neulands. Continue reading

Infrastrukturen, Plattformen, Ökosysteme
Erste Positionen zum Thema

Colors

Am 6. Dezember startet die Konferenz zum Thema “Infrastrukturen, Plattformen, Ökosysteme – Grundversorgung in einer konvergenten Medienwelt”. Vorab präsentieren wir zur Einstimmung auf die Konferenz die Positionen ausgewählter Expertinnen und Experten: Continue reading